Ostergruß oder "Der Osterhase und das Rübchen"
Kaum hat sich der Weihnachtsmann wieder mit seinem Schlitten gen Nordpol abgesetzt, sitzt schon der nächste Botengänger in den Startlöchern: Der Osterhase! Schon seit einigen Monaten sieht man ihn tagtäglich überall in den Regalen der ortsansässigen Lebensmittelfilialen. Nun ist er zwar nett anzuschauen mit seinen langen Schlappohren und den brauen Kulleraugen! Aber fragwürdig ist dennoch: Warum eigentlich dieser ganze Hasenkult? Die Antwort, wenn auch nicht sonderlich zufriedenstellend, lautet schlicht, dass es wohl bis heute keine endgültige Erklärung für den Eier bringenden Hasen gibt. Dass sich das Hasenmotiv allerdings mitunter durch die kommerzielle Verwendung ausgebreitet hat, ist anzunehmen. Aber ist es denn fair, dass ein mümmelnder Hase alle anderen Überbringer der Ostereier weithin verdrängt hat? In einigen Teilen der Schweiz soll einst der Kuckuck der Eierlieferant gewesen sein, in Teilen von Westfalen war es angeblich der Osterfuchs, in Thüringen brachte der Storch und in Böhmen der Hahn die Eier zum Osterfest. Eigentlich auch nicht wirklich einleuchtend, oder? Der Fuchs beispielsweise klaut normalerweise nicht nur die Eier aus dem Scheunchen, sondern gleich die Hühner in Gänze.....und soll dann als Ostersymbol herhalten? Fatal, wenn Sie uns fragen! Der Fuchs hat demnach genauso wenig mit Eiern am Hut wie der Hase. Und selbst wenn, wo wollen die Osterkollegen auf legalem Wege eigentlich die vielen Eier herbekommen? Statt einer plausiblen Antwort schwirrt einem in unserer castinglastigen Zeit natürlich sofort eine weitere Frage im Kopf herum: Wer käme in einem eventuellen Casting realistisch gesehen für den Oster-Job überhaupt in Betracht? Unsererseits ganz klar favorisiert: Das Huhn! Denn – welch Überraschung – es kann schließlich Eier legen! Da bekanntermaßen in einem Casting auch die Optik nicht ganz von der Hand zu weisen ist, würde den 1. Platz unserer Ansicht nach aber folgender Kandidat belegen: Das Osterküken! Schließlich ist es alles in allem viel niedlicher als der Hase und mümmelt uns zumindest nicht unsere raren Teltower Rübchen vom Acker! Gleichwohl hat es eine enge Verbindung zum Ei, da es unter der Schale schließlich die ersten 21 Tage seines Lebens zubringt! Aber, liebe Leser, Kult ist eben Kult! Und da ja viele Dinge im Leben „schon immer so“ waren, bleibt es wohl bei dem symbolischen Häschen.
Damit uns der Osterhase bei seiner Tour durch Teltow jedoch nicht wie erwähnt heimlich die eventuellen Restbestände der Rübchen wegmümmelt, heißt es: Schneller sein! Und da wir ja schließlich Rübchenstadt sind und uns beim Oster-Brunch eigentlich nicht mit einem Karottenkuchen zufrieden geben können, möchten wir Ihnen zur weiteren Verwendung für jetzt oder später das nachfolgende Rübchenkuchen-Rezept mit auf den Weg geben:
Teltower Rübchenkuchen
Zutaten: 50 g Rohrzucker, 200 g Butter, 6 Eier, 1 EL Crème double, 1 gestrichener TL Koriander, 1 gestrichener TL Zimt, 1/2 gestrichener TL Nelkenpulver, 150 g gehackte Haselnüsse, 100 g Macadamianüsse, 1 Prise Salz, 250 g Teltower Rübchen geputzt, 2 EL weißer Rum, 350 g Mehl Typ 405, 1/2 Päckchen Backpulver
Zubereitung: Rohzucker und geschmolzene Butter gut miteinander verrühren, Eier und Crème double zugeben. Koriander, Zimt und Nelkenpulver, gemahlene oder gehackte Haselnüsse und Macadamianüsse zugeben. Danach Salz, fein geraspelte Teltower Rübchen und weißen Rum dazugeben. Mehl und Backpulver über den Teig sieben und vermengen. Den Teig in eine ausgebutterte Springform (ca. 26 cm Durchmesser) einfüllen und im vorgeheizten Ofen bei 190 Grad etwa eine Stunde backen. Nach dem Auskühlen mit Puderzucker bestäuben. Empfehlung: Dazu passt eine Rum-Sahne- oder eine Butter-Karamel-Soße.
(Das Rezept stammt von Jörg Schönfeld, Küchenchef in Hammers Landhotel in Teltow/Ruhlsdorf. Vielen Dank, Herr Schönfeld!)
Bürgermeister Thomas Schmidt und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung Teltow wünschen allen Bürgerinnen und Bürgern ein frühlingshaftes und erholsames Osterfest!

